Pottwalprojekt

Im Januar des Jahres 2002 strandete an der Schleswig - Holsteinischen Nordseeküste ein 15 Meter langer Pottwal. Unter Leitung von Prof. Ingo Garschke machte sich ein Team von Kunststudenten auf, das Walskelett zu präparieren. Nach der Entfleischung des 30 Tonnen Kadavers wurden die Knochen nach Leipzig transportiert und dort in einem aufwendigen Verfahren entfettet und gebleicht. Die Montage des Walskelettes erfolgte 2004 in der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig wo es heute im Anatomieraum hängt.

Das Leipziger Pottwalskelett ist das Flaggschiff der Anatomischen Sammlung und schiebt eine breite Schneise für das Naturstudium. Im Fahrwasser dieses kolossalen Knochengebildes werfen sich immer wieder Fragen zur Anatomie der Wale auf.

Pottwale sind die eigenartigsten Vertreter ihrer Ordnung und unter den Säugetieren am weitesten in für uns ferne Welten abgetaucht. Ihre spezielle Anatomie und Physiologie ermöglicht es diesen Walen, eine für Säugetiere extreme Lebensweise zu führen. Im Bezug auf den Körperbau und die Tauchleistung der Pottwale gibt es aus zoologischer Sicht kaum Vergleichbares und die Wissenschaft steht noch vor einigen Rätseln. Die Knochen können nicht Auskunft geben über alle Fragen der Morphogenese, doch sind sie ein solider Betrachtungsgegenstand und darüber hinaus Teil des Gestaltganzen. Am Skelett ist nicht nur die Art des Tieres erkennbar, sondern auch seine Individualität und Entwicklungsgeschichte. Es ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Merkwürdigkeit und gibt immer wieder Anlass für eine künstlerische Widerspiegelung. Darüber hinaus sind einige Publikationen zum Thema Wal entstanden, die den Werdegang des „Leipziger Pottwals“ und dessen Anatomie illustrieren.

http://www.cetacea.de/museum/mus_leipzig.php